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Auszug aus unserer Dorfchronik

Liebe Interessierte der Birkheimer Dorfgeschichte, der   Gemeinderat   der   Ortsgemeinde   Birkheim   beschloss   in   der   Sitzung   vom   16.01.2008   den   Auftrag   zur   Erstellung   einer   Dorfchronik   zu vergeben.   Nach   einiger   Suche   wurde   der   Kontakt   zu   Werner   Stoffel   aus   Boppard-Oppenhausen   gefunden,   der   über   die   Jahre   hinweg   schon einige   Dorfchroniken   erstellt   hatte   und   somit   viel   Erfahrung   hinsichtlich   den   notwendigen   Quellen   hatte.   Dieser   Kontakt   und   die   spätere Vergabe an Herrn Stoffel bewies sich später als wirklicher Glücksgriff. Am   2.   Adventssonntag   2014   war   es   dann   so   weit,   während   einer   offiziellen   Feierstunde   wurde   die   Birkheimer   Dorfchronik   dann   einem   voll besetzten   Gemeindehaus   vorgestellt.   Das   Interesse   war   riesig   und   die   ersten   Exemplare   der   Chronik   fanden   einen   reißenden   Absatz. Glücklicherweise   sind   noch   einige   Restbestände   übriggeblieben,   die   für   einem   kleinen   Unkostenbeitrag   von   20,-   €   bei   unserem   Bürgermeister erworben werden können. Die   nun   folgenden   Seiten   zeigen   einen   kleinen Abriss   aus   dem   332   seitigen   Gesamtwerk.   Wir   hoffen   damit   Lust   auf   mehr   zu   wecken   und   Sie zum Erwerb dieser einzigartigen Dorfgeschichte zu motivieren. Das Ortswappen Das    Wappen    ist    in    Silber,    halblinks    und    schräg    rechts    durch blaue    Wellenbalken   geteilt,   vorn   ein   rotes   Balkenkreuz,   hinten ein Wasserrad. Schildteil     verweist     auf     die     ehemalige     Zugehörigkeit     zum Kurfürstentum   Trier   im   alten   Reich   (Niederbach)   zwischen   der Vogtei   Pfalzfeld   und   Kurtrier.   Der   hintere   Schildteil   nimmt   Bezug   mit dem   Wellenbalken   zum   Dorfbach   (genannt   „Wäschbach“   oder   auch „Quäkelbach“),   der   in   den   Niederbach   fließt.   Das   Wasserrad   erinnert   an   die Birkheimer   Getreidemühle   Friedrich   Neubauer,   die   in   den   1920-er   Jahren   zerstört   wurde.   Das Birkenblatt deutet redend den Ortsnamen. Aus der ältesten Geschichte der Heimat Bodenfunde in unserer näheren Heimat Auch    in    der    Nähe    von    Birkheim    sind    Zeugen    aus    der    frühgeschichtlichen    Zeit    bekannt    geworden.    Sie   beweisen,   dass   unsere   Heimat   schon   in   vorchristlicher   Zeit   von   Menschen   bewohnt   war.   Zu   diesen   Funden zählt   auch   die   bekannte      „Flammensäule“   von   Pfalzfeld.   Es   handelt   sich   dabei   um   eines   der   bedeutendsten Grabdenkmäler   aus   der   „La-Tene-Zeit“   (4.   -   1.   Jahrhundert   v.   Chr.),   die   nördlich   der   Alpen   erhalten   sind. Ursprünglich   war   es   wohl   ein   Pfeiler   oder   eine   Stele,   die   als   Kultsäule   auf   einem   Grabmal   stand.   Im   Jahre 1649,   kurz   nach   Beendigung   des   Dreißigjährigen   Krieges,   fand   der   hessische   Historiker   Johann   Winckelmann die Säule auf dem verwilderten Friedhof in Pfalzfeld. Die Hügelgräber im Birkheimer Wald Es   ist   nicht   sicher,   ob   die   oben   beschriebene,   in   Pfalzfeld   gefundene   „Flammensäule“   tatsächlich   auf   einem Grab   in   diesem   Dorf   gestanden   hat.   Ebenso   könnte   sie   auch   einem   Hügelgrab   in   der   Nähe   zugeordnet werden,   deren   es   einige   in   unmittelbarer   Umgebung   gegeben   hat.   So   sind   auch   in   der   Gemarkung   Birkheim Hügelgräber nachgewiesen. Der   preußische   Pionieroffizier   und   Altertumsforscher   Karl   August   von   Cohausen   (1812   –   1894)   hat   in   den Jahren    1850/51    an    verschiedenen    Stellen    im    Hunsrück    Ausgrabungen    von    alten    Verschanzungen    und Grabhügeln   vorgenommen,   unter   anderem   auch   im   Birkheimer   Wald,   und   zwar   im   Distrikt   „Nenzhäuser Gebück“. Über die Ergebnisse hat er im „Bonner Jahrbuch“ 1852  Folgendes berichtet: „In   einer   flachen   Abdachung,   die   von   einem   hohen   Rücken   von   Nenzhausen   nach   Birkheim   führt,   liegt   eine Gruppe    von    Gräbern    in    einem    vielleicht    20    Fuß    hohen    Hügel.    Mehrere    Gräber    sind    schon    früher    von Unbekannten geöffnet worden. Der Hunsrück wird neu besiedelt Die ersten Niederlassungen auf dem Hunsrück Leider   lässt   sich   oftmals   die   spannende   Frage,   wann   und   von   wem   unsere   Heimatdörfer   gegründet   wurden,   nicht   beantworten.   Aus   alten Urkunden   und   Schriftstücken   können   wir   nur   entnehmen,   wann   die   Dörfer   zum   ersten   Mal   schriftlich   erwähnt   wurden.   So   werden   im   9.   und 10.   Jahrhundert   Siedlungen   auf   dem   vorderen   Hunsrück   erstmals   aktenkundig.   Es   sind   jedoch   nicht   viele   Dörfer,   die   vor   der   ersten Jahrtausendwende genannt werden. Pfalzfeld gehört dazu (bereits im Jahre 893 erwähnt), Gondershausen (897) und Hungenroth (992). Birkheim wird zum ersten Mal urkundlich genannt Zu   diesen   später   erwähnten   Siedlungen   gehört   auch   unser   Birkheim.   Vom   27.   Oktober   1310   existiert   eine   Urkunde,   die   im   Bistumsarchiv Trier (Abteilung   71,129   Nr.   47)   aufbewahrt   wird,   in   der   „Bircheym“   erwähnt   ist.   In Anbetracht   der   Bedeutung   durch   die   Ersterwähnung   wollen   wir   im Folgenden auf diese Urkunde näher eingehen. Der lateinische Text sagt folgendes aus (nach einer Übersetzung des Historikers Markus Weidenbach): „Für   alle,   die   Gegenwärtiges   lesen   werden.   Ich,   Heinrich   Siboldi,   Priester,   möchte   bekannt   geben,   dass   ich   dem   vornehmen   Herrn   Conrad, genannt   Schillinc,   Kanoniker   an   der   Weseler   Stiftskirche   St.   Martin,   namens   seiner   besagten   Kirche   übertragen   habe,   vermittels   dieser Urkunde,      vier      Schilling      Pfennige jährlichen   und   ewigen   Zinses,   wegen eines   Tausches,    welcher    geschehen ist   zwischen   mir   und   dem   erwähnten Conrad,            hinsichtlich            eines Weingartens   „zu   dem Acker“,   gelegen zwischen    dem    Weingarten,    den    ich besitze,    und    dem    Weingarten    des ehrbaren     Herrn     Ritters    Theoderich von   Bleidenstadt,   welcher   einst   zum Wohle   Conrads   bestimmt   worden   war, wie     dies     im     hierüber     besonders ausgefertigten       Brief       ausführlicher enthalten ist. Von    jenen    vier    erwähnten    Schilling gibt   Heinrich,   früher   Knecht   des   besagten   Herrn   (von   Bleidenstadt)   29   Pfennige   von   seinem   Haus,   gelegen   an   der   Steingasse,   welches   er bewohnt,   zum   Fest   Mariae   Lichtmeß   ;   ebenso   gibt   Heinrich   genannt   Clobelauch   von   Birkheim   18   Pfennige   von   seinem   Haus   gelegen ebenfalls an der Steingasse, welches er bewohnt, zu Weihnachten“   Es   gibt   noch   weitere   schriftliche   Erwähnungen   von   Birkheim,     so     aus     dem     Jahre     1344     in     einer Kellereirechnung    des   Amtes    Oberwesel,    in    der    die Bewohner    von    „Bircheim“    zu    einer    Abgabe    von    5 Malter     Korn     veranlagt     wurden.     Dann     lesen     wir, allerdings   ohne   nähere   Angaben,   im   Jahre   1427   von „Birgheim“,        „Byrkheim“        und        „Birckheim“        in verschiedenen       Akten       des       Landeshauptarchivs Koblenz   (LHAK)   im   Bestand   1   C   Nr.   10,   161,   167, 171.    Im    Jahre    1444    erscheint    „Birgheim“    in    einer Urkunde   des   LHAK   unter   1   C   Nr.   187.   Am   14.   April 1472      belehnte   der   Ritter   Meinhart   von   Koppenstein den   Simon   Boos   von   Waldeck   mit   dem   dritten   Teil   der Fruchtzehnten       aus       den       Dörfern       Niederburg, Oberwiebelsheim   und   Birkheim,   wobei   die   Original- Schreibweise   „bergheym“   lautet.   Nähere   Einzelheiten über    das    Dorf    sind    der    Urkunde    jedoch    nicht    zu entnehmen.    Die    entsprechende    Urkunde    wird    im Landeshauptarchiv   Koblenz   im   Bestand   53   C   48 unter der Nr. 87 aufbewahrt. Die Birkheimer Mühle Das „romantische Leben“ in den Mühlen An   den   meisten   Hunsrückbächen   waren   früher   Mahlwerke   angelegt,   in   denen   die   Wasserkraft   zum Antrieb   der   großen   Mühlräder   ausgenutzt wurde.   Die   Wassermühlen   waren   wichtige   Einrichtungen   für   die   Bauern,   denn   dort   konnten   sie   ihr   Getreide   zu   Mehl   mahlen   lassen,   aus   dem dann   das   lebensnotwendige   Brot   gebacken   wurde.   Zu   allen   Zeiten   haben   Dichter   und   Sänger   das   angeblich   romantische   Leben   in   den Mühlen   beschrieben   und   besungen.   Die   „klappernde   Mühle   am   rauschenden   Bach“   ließ   viele   stimmungsvolle   Lieder   und   Gedichte   entstehen. Wer   sich   aber   näher   mit   dem   Leben   in   den   Mühlen   befasst,   wird   die   Feststellung   machen,   dass   es   dort   gar   nicht   so   romantisch   und beschaulich zuging, vielmehr waren die Müllersleute von einer ständigen Existenznot bedrückt. Das Birkheimer Mühlchen Am   östlichen   Ende   der   Birkheimer   Gemarkung,   dort,   wo   sich   der   „Wäschbach“   mit   dem   „Badenharder   Bach“   vereinigt,   stand   früher   eine kleine   Mahlmühle.   Über   das Alter   und   den   Bau   dieser   Mühle   sind   in   den Akten   keine   näheren Angaben   zu   finden.   Wir   müssen   uns   daher   auf die wenigen Erwähnungen beschränken, die aus einzelnen Akten hervorgehen. Erstmals   lesen   wir   von   dem   Bestand   der   Birkheimer   Mühle   in   dem   Feldbuch   aus   dem   Jahre   1719,   in   dem   Peter   Neubauer   als   Müller   erwähnt wird.   Der   älteste   Lageplan   von   der   Mühle   ist   einer   Flurkarte   von   der   Vermessung   im   Jahre   1812   zu   entnehmen,   als   Johann   Neubauer, vermutlich   ein   Nachkomme   des   oben   erwähnten   Peter   Neubauer,   Eigentümer   der   Mühle   war.   Bei   der   preußischen   Vermessung   im   Jahre 1836   wird   Karl   Theis   aus   Utzenhain   mit   Consorten   als   Eigentümer   genannt.   Diese   veräußerten   die   Mühle   im   Jahre   1842   an   Johann Oppermann aus Birkheim. Die   Schulchronik   berichtet   im   Jahre   1895,   dass   die   Birkheimer   Mühle   versteigert   und   von   den   Bauern   aus   Badenhard   erworben   wurde,   ohne aber   den   genauen   Zeitpunkt   zu   nennen.   Die   Bauern   aus   dem   Nachbardorf   nutzten   die Anlage   in   der   Folge   als   Genossenschaftsmühle,   in   der alle   Bauern   ihr   Getreide   selbst   mahlen   konnten.   Die   Bauern   von   Birkheim   ließen   ihr   Getreide   vorwiegend   in   der   Klocknersmühle   in   der Niederbach, Gemarkung Damscheid, mahlen. Die Gemarkung Birkheim wird vermessen Mit   Beschluss   vom   27.   Januar   1808   leitete   die   französische   Verwaltung   für   das   Rhein-Mosel-Departement   eine   neue   Bodenordnung   ein.   Das hatte zur Folge, dass die Gemarkungen der Gemeinden erstmals genau eingemessen wurden. Im   Jahre   1812   kamen   die   französischen   Landvermesser   nach   Birkheim   und   begannen   mit   der   Aufnahme   eines   neuen   Grundkatasters.   Die rund   230   Hektar   große   Gemarkung   der   Gemeinde   wurde   in   drei   Gewanne   eingeteilt,   die   mit   „Section“   (Flur)   A,   B   und   C   bezeichnet   wurden. Die Section A erhielt den Namen „Wald“, Section B = „Krummenland“, Section C = „Weierstücker“. Auf dem beigegebenen Kartenausschnitt ist die bebaute Ortslage von Birkheim ersichtlich. Demnach standen im Dorf 14 Wohnhäuser. Die Liste der damaligen Hausbesitzer weist folgende Namen auf: Eigentümer Section Nr. Flurteil   1. Peter Bernd C 199  Auf den Gärten   2. Jakob Conrad C 193 dto.     3. Johann Dietrich C 109 Im Briel   4. Peter Graeff   C 110 In der Hospitalwiese   5. Johann Kunz  C 209 Auf den Gärten   6. Peter Link    C 222  dto.   7. Wilhelm Muders C 215 Auf den Gärten   8. Peter Neubauer C 197 dto.   9. Anna Ponstein C 116 In der Hospitalwiese 10. Johann Retz  C 221 Auf den Gärten 11. Philipp Ritt   C 205 dto. 12. Anton Schwarz C 190 dto. 13. Heinrich Weinert C 210 dto. 14. Johann Neubauer C 808  Am Mühlenpfad             Außerdem noch drei Gebäude der Gemeinde: 15. Backhaus  C   116 Auf den Gärten 16. Gemeindehaus C 166 dto. 17. Kapelle C   216 dto. Auswanderungen nach Amerika Viele   Menschen   verlassen   aus   Not ihre Heimat Trotz    mancher    Bemühungen    gelang es   der   preußischen   Regierung   nicht, die    dürftigen    Lebensverhältnisse    in weiten         Teilen         des         Landes entscheidend      zu      verbessern.      So herrschte   Mitte   des   19.   Jahrhunderts auch   auf   dem   Hunsrück   eine   große Not.    Mehrere    Missernten    in    einigen aufeinander   folgenden   Jahren   führten zu   regelrechten   Hungersnöten.   Diese Verhältnisse           zwangen           viele Menschen,       sich       nach       anderen Lebensräumen        umzusehen.        Da kamen     die     Werbeleute     für     eine Auswanderung   nach   Übersee   gerade recht.    Brasilien    und    die    Vereinigten Staaten    von   Amerika    (USA)    lockten mit verheißungsvollen Angeboten. Die Auswanderung der Familie Mathias Kunz Im   Jahre   1852   wanderten   aus   Birkheim   die   Schwestern   Gertrud   und   Margarethe   Kunz   nach   Amerika   aus.   Das   erfahren   wir   aus   Berichten ihres   Bruders   Mathias   Kunz,   der   im   Jahre   1868   mit   seiner   Frau   und   acht   Kindern   den   Weg   über   den   „großen   Teich“   nach   USA   wagte,   wo   er eine   bessere   Zukunft   zu   finden   hoffte.   Kunz   hatte   am   8. April   1868   bei   der   Regierung   in   Koblenz   ein   Gesuch   zur Auswanderung   gestellt      und bereits   10 Tage   später   die   Genehmigung   erhalten. Am   15.05.1868   teilte   die Agentur   Johann Anton   Leroy   in   Koblenz   dem   Bürgermeisteramt   in Pfalzfeld mit, dass sie für die Familie Kunz die Überfahrt von Liverpool nach New York in die Wege geleitet habe. Nachfolgend die Namen der einzelnen Familienmitglieder Kunz, die 1868 ihren Heimatort Birkheim in Richtung USA für immer verließen: 1. Mathias Kunz geboren am 28.02.1830 in Birkheim 2. Ehefrau Katharina 15.12.1830 in Bickenbach Kinder: 3. Katharina     18.05.1852 4. Elisabeth          17.04.1854 5. Mathias             22.03.1856   6. Anna Maria         03.05.1858 7. Jakob               29.09.1860 8. Franz                 08.02.1863 9. Margarethe          16.03.1865 10. Gertrud         23.03.1868 Es   war   sicher   keine   leichte   Entscheidung   für   Mathias   Kunz   und   seine   Frau,   mit   ihren   acht   Kindern,   von   denen   das   jüngste   noch   keine   zwei Monate alt war, die Heimat zu verlassen und die gefährliche Überfahrt über den Atlantik zu wagen. BILD AMERIKA Da   die   vorhandenen   Tagebuchaufzeichnungen   des   Mathias   Kunz   sehr   ausführlich   sind,   können   sie   leider   im   Rahmen   dieser   Chronik   nicht vollständig   wiedergegeben   werden.   Daher   wird   der   Reiseablauf   der   Familie   Kunz   von   Birkheim   nach   Amerika   nachfolgend   in   Stichpunkten aufgeführt: Am 21. Mai 1868 (Christi Himmelfahrt) Fahrt mit dem Pferdegespann nach St. Goar Fahrt mit einem Rheinschiff von St. Goar nach Rotterdam Samstag, 23. Mai 1868, Eintagesfahrt von Rotterdam über den Kanal nach Hull Montag, 25. Mai 1868 Fahrt mit der Eisenbahn von Hull nach Liverpool Dienstag, 26. Mai Fahrt von Liverpool nach Quinston – Irland Mittwoch, 5. Juni 1868 Start der Atlantiküberfahrt von Quinston nach Amerika Freitag, 12. Juni 1868, Propellerschaden auf dem Atlantik und Rücktransport nach Quinston – Irland Mittwoch, 24 Juni 1868, zweiter Start über den Atlantik mit dem Dampfer „Siberia“ Sonntag, 5. Juli 1868, Ankunft in Boston Montag, 6. Juli 1868, Eisenbahnfahrt von Boston in Richtung New York, dann Umstieg auf ein Flussschiff Dienstag, 7. Juli 1868, Ankunft in New York im englischen Hafen Dienstag, 7. Juli 1868, Weiterfahrt mit der Eisenbahn und mehrmaliges Umsteigen Donnerstag, 9. Juli 1868 Ankunft in Buffalo und Weiterfahrt nach Detroit Freitag, 10 Juli 1868 Ankunft in Detroit und Weiterfahrt nach Grande Harbour am Michigan See Samstag, 11. Juli 1868, Ankunft in Milwaukee Montag, 13. Juli erneute Schifffahrt zum eigentlichen Ziel in Sheboygan im Staate Wisconsin Nach 53 Reisetagen hatte Mathias Kunz seine neue Heimat in Amerika erreicht zusammen mit seiner Frau Katharina und den acht             Kindern. Der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland Bau eines Gemeindehauses Nachdem   schon   im   Jahre   1962   im   Gemeinderat   über   den   Bau   eines   Gemeindehauses   beraten   worden   war,   konnte   in   den   ersten   Julitagen 1965   mit   den   Bauarbeiten   begonnen   werden.   Den   Plan   hatte   der   Bautechniker   Necker   vom   Kreisbauamt   in   St.   Goar   entworfen.   Die Gesamtbaukosten   für   das   neue   Haus   wurden   mit   rund   200.000   Mark   veranschlagt.   Da   dieser   Betrag   die   finanziellen   Möglichkeiten   der Gemeinde   überstiegen   hätte,   wurde   vorgesehen,   dass   Teile   der Arbeiten   in   Eigenleistung   vorgenommen   werden   sollten. Außerdem   leisteten alle   Familien   einen   einmaligen   Beitrag   von   500   Mark.   Bei   der   Forstbehörde   wurde   ein   Antrag   auf   einen   Holzsonderhieb   von   600   Festmeter Fichten gestellt. Als       Baugrundstück       wurde       das ehemalige                 landwirtschaftliche Anwesen    der    Familie    Börsch    (Haus Nr.     23),     das     von     der     Gemeinde gekauft   worden   war,   vorgesehen.   Die darauf    stehenden    Gebäude    ließ    die Gemeinde     abreißen.     Der     Neubau machte    gute    Fortschritte    und    schon Ende    des    Jahres    1965    konnte    er teilweise       in       Betrieb       genommen werden.   In   dem   neuen   Haus   wurden im   Erdgeschoss   ein   Schlachtraum,   ein Kühlraum     mit     Gefriertruhen     sowie Räume      für      die      Viehwaage,      die Feuerwehr,    für    die    Saatgutreinigung und    ein    Backraum    eingerichtet.    Im Obergeschoss              wurde              ein Gemeindesaal     mit     Bühne,     Küche, Garderobe        und        Toilettenanlagen vorgesehen.    Die    gesamte    Baufläche auf    dem    875    Quadratmeter    großen Grundstück betrug 209 Quadratmeter. Die Arbeiten am Gemeindehaus wurden an folgende Firmen vergeben:   1. Maurer- und Betonarbeiten: Fa. Michel und Görges, Pfalzfeld           52.831 Mark   2. Zimmererarbeiten Fa. Klippel, Maisborn                        8.542   3. Dachdeckerarbeiten Fa. Arnold Buch, Thörlingen        4.591   4. Klempnerarbeiten Fa. Josef Thelen, Oberfell               1.316   5. Außenputzarbeiten Fa. Josef Külzer, Lingerhahn           6.009   6. Fliesenarbeiten Fa. Johann Schmitt, Liebshausen              7.423   7. Anstreicherarbeiten Fa. Wilhelm Eisenhauer, Laudert          3.825   8. Fußbodenbeläge Fa. Josef Schmitt, Oberwesel                  3.257   9. Steinmetzarbeiten Fa. Heinrich Pabst, Koblenz                 3.104 10. Einbau der Rollläden Fa. Josef Decker, Boppard          2.400 Die Jugend erhält ein eigenes Domizil im Gemeindehaus Gegen   Ende   des   Jahres   2000   ging   für   die   Jugendlichen   in   Birkheim   ein   großer   Wunsch   in   Erfüllung,   sie   konnten   den   neu   hergerichteten Jugendraum   im   Gemeindehaus   beziehen.   Auf   Beschluss   des   Gemeinderates   war   ihnen   der   Raum,   in   dem   ehemals   die   Gefriertruhen untergebracht   waren,   zur   Verfügung   gestellt   worden.   Zehn   Jugendliche,   allen   voran   Michael   Jäkle   und   Mathias   Stahl,   verwandelten   den leeren   Raum   in   vielen   Hundert Arbeitsstunden   in   ein   wohnliches   Zimmer.   Durch   die   Eigenleistungen   konnten   die   Kosten   im   Rahmen   gehalten werden. 6.000 Mark bewilligte der Gemeinderat, 3.000 Mark ein Geldinstitut und 1.000 Mark eine beim Straßenbau beschäftigte Baufirma. Zur        Einweihungsfeier        am        25. November            2000            übereichte Ortsbürgermeister     Bernhard     Münnig jedem    der    Jugendlichen    ein    von    der Gemeinde   gestiftetes   T-Shirt   mit   dem Aufdruck   „Jugendclub   2000   Birkheim“ und   dankte   den   jungen   Leuten   für   ihre große    Leistung.    Auch    Bürgermeister Peter       Unkel       lobte       das       große Engagement      und      übereichte      eine Geldspende.      Die      „Rhein-Hunsrück- Zeitung“     würdigte     den     Einsatz     der Birkheimer     Jugendlichen     mit     einem Artikel    und    veröffentlichte    dazu    die zwei          folgenden          Bilder          mit Bürgermeister       Peter       Unkel       und Ortsbürgermeister Bernhard Münnig. Heutige Veranstaltungen in Birkheim Die Birkheimer Kirmes Im   Mai   jeden   Jahres   wird   dann   das   eigentliche   Dorffest   zu   Ehren   des   Patrons   Johannes   Nepomuk   gefeiert,   und   zwar   am   Sonntag   nach   dem Namenstag   des   Heiligen   (16.   Mai).   Die   Kirmes   hat   eine   lange   Tradition   und   wird   schon   seit   Menschengedenken   mit   Musik   und   Tanz begangen.    Früher    fanden    die    Feierlichkeiten    im    Gasthaus    Klein    statt,    in    den    1970-er    Jahren    wurden    dann    die    Veranstaltungen    ins Gemeindehaus verlegt. Verantwortlich für die Durchführung waren aber auch hier die Gastwirtsfamilien Klein bzw. Bick.   In   den   Folgejahren   gingen   das   Interesse   und   der   Kirmesbesuch   deutlich   zurück,   sodass   Ende   der   90-er   Jahre   die   offizielle   Veranstaltung   mit Musik   und   Tanz   eingestellt   wurde.   Im Gasthaus   Bick   gab   es   weiterhin   einen Frühschoppen    und    Möglichkeit    zum Kirmesessen.    Im    Jahre    2002    wurde dann   die   Kirmes   durch   die   Dorfjugend wieder     zu     neuem     Leben     erweckt. Erstmals    wurde    auf    dem    Birkheimer Fußballplatz   ein   Festzelt   aufgestellt,   in dem    an    drei    Tagen    zünftig    gefeiert wurde.      Freitags      gab      es      einen Discoabend,     samstags     Musik     und Tanz,        am        Sonntagmorgen        die Festmesse         im         Zelt,         danach Frühschoppen        und        auch        am Nachmittag     Unterhaltungsmusik     und eine      Tombola.       Diese       Zeltkirmes erforderte       jedoch       einen       großen Aufwand    und    viele    freiwillige    Helfer. Nach    vier    Jahren    konnte    das    alles nicht   mehr   organisiert   werden,   und   so endete auch diese Ära der Kirmes. Auch      heute      wird      die      Dorfkirmes weiterhin   gefeiert,   jedoch   in   kleinerem Rahmen.   Die   Veranstaltung   finden   im Dorfgemeinschaftshaus   statt,   und   sonntags   die   Festmesse   in   der   Kapelle.   Natürlich   wird   auch   jedes   Jahr   ein   Kirmesbaum   aufgestellt   und zwar   immer   noch   durch   Muskelkraft   mit   langen   Drückstangen.   Nach   wie   vor   wird   auf   maschinelle   Hilfsmittel   verzichtet.   Glücklicherweise   hat die Birkheimer Jugend in Alfred Kunz noch einen erfahrenen „Baumaufsteller“, der sich in der Technik bestens auskennt. Gemeinsam ist man halt stärker und es macht auch viel mehr Spaß (700,- € Spende aus den Kirmeseinahmen 2013) Der Birkheimer Karneval Einer   ebenfalls   langen   Tratition   folgend   gibt   es   in   Birkheim   am   Rosenmontag   den   Birkheimer   Karnevalsumzug   im   Dorf   mit   anschließender Abendveranstaltung. Statistische Angaben Einwohnerzahlen von Birkheim 1563: 27   Feuerstellen, ca. 100 Einwohner 1656: 4     Familien, ca. 20 Einwohner 1687: 4     Familien 1784: 15   Feuerstätten, ca. 75 Einwohner 1787: 73   Einwohner 1809: 88   Einwohner 1812: 95   Einwohner 1815: 83   Einwohner 1817: 83   Einwohner, davon in der Mühle 7 1835: 161 Einwohner 1837: 158 Einwohner 1845: 166 Einwohner 1848: 165 Einwohner 1871: 137 Einwohner 1895: 113 Einwohner  1905: 130 Einwohner 1916: 119 Einwohner (58 männlich, 61 weiblich) 1925: 121 Einwohner 1933: 120 Einwohner (68 männlich, 52 weiblich) 1939: 127 Einwohner 1946: 109 Einwohner 1950: 122 Einwohner 1961: 107 Einwohner 1970: 114 Einwohner 1987: 151 Einwohner 2005: 146 Einwohner 2011: 144 Einwohner 2014: 150 Einwohner Viehzählung am 01.12.1913 140 Stück Rindvieh, 53 Schweine, 5 Ziegen Obstbaumzählung am 01.12.1913 291 Apfelbäume, 89 Birnbäume, 256 Pflaumen- und Zwetschenbäume, 67 Kirschbäume, 11 Walnussbäume, insgesamt 714 Obstbäume. Lust auf mehr, dann schnell 20,- € einstecken und ab zu unserem Bürgermeister. Viel Spaß beim Lesen!

Die Geschichte von Birkheim ist auch als 322 Seiten Chronik erschienen

Birkheim im Vorderhunsrück